Ich ertappe meine Nachbarin beim Stricken eines Babyjäckchens. Daraufhin frage ich sie, ob sie schwanger sei oder für wen sie die Jacke stricke. Sie antwortet: „Die Jacke ist für mein Baby. In der Schwangerschaft werde ich es wohl kaum schaffen, zu stricken, denn da muss ich mich fit halten.“ Ich weiß nicht, wie es dann weiterging als sie schwanger wurde, aber es gibt keinen Grund in der Schwangerschaft in Hektik zu verfallen.

 

Geliebte Tätigkeiten im sportlichen, handwerklichen oder künstlerischen Bereich können erst mal beibehalten werden. Eine schwangere Frau entwickelt in der Regel selbst ein Gefühl dafür was geht und was sie lieber bleiben lässt. Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die eine entwickelt gerade in der Schwangerschaft ungeahnte Energien und die andere fühlt sich oft müde und hat ein großes Ruhebedürfnis. Beides ist normal. Wichtig ist es, die eigenen neuen Grenzen kennen zu lernen und zu akzeptieren. Manchmal müssen wir uns für eine gewisse Zeit einschränken. Aber da wir wissen, dass es nur von kurzer Dauer ist und was wir im Gegenzug dafür bekommen, können wir es leichter annehmen. Daraus können sich neue Perspektiven ergeben, die unser Leben bereichern (z.B. ein neues Hobby).

Eine schöne Zeit wünschen Bettina Riemann und Nina Rogava von der Hebammenzentrale Osnabrück e.V.